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EXPERTISE - BEHANDLUNGSSCHWERPUNKT

Pes anserinus-Syndrom (Schmerzen am Gänsefuß)

Das sogenannte Pes anserinus-Syndrom ist eine mit bewegungsabhängigen Knieschmerzen verbundene Reizung eines Sehnenansatzes an der Innenseite des Kniegelenkes. Diese Überlastungsverletzung kann mit einer Schleimbeutelentzündung einhergehen. Diese liegt aber nicht in jedem Fall vor.(1)


Synonyme

anserine syndrome, anserine bursitis, anserine tendinitis, Pes anserinus tendino-bursitis syndrome (PATB)



Landläufiger Name

Läufer-Knie 



Anatomie

„Pes anserinus“ wird die gemeinsame Ansatzsehne von Teilen der hinteren Oberschenkelmuskulatur (M. semitendinosus , hamstrings), des Schneidermuskels (M. sartorius) und des Schlankmuskels (M. gracilis) am oberen inneren (medialen) Schienbein etwa 5 cm unterhalb des Kniegelenkspaltes genannt (Pes anserinus superficialis). Zwischen den Sehnenansätzen und dem darunterliegenden Schienbeinknochen befindet sich ein Schleimbeutel (Bursa). (1, 2) 

 

Anatomen erinnerte der gemeinsame, dreistrahlige Sehnenansatz offensichtlich an einen Gänsefuß (lat. Pes anserinus). So bekam die Struktur ihren Namen.

 


PES ANSERINUS

Die Schmerzen entstehen innen unter dem Gelenkspalt.

Pes anserinus-Syndrom, Knieschmerzen – Dr. Matthias Marquardt


Risikofaktoren, Stadien und Diagnostik

„Pes anserinus-Syndrom“. Endlich hat Jan (29) einen Namen für seine Beschwerden, mit denen er sich seit gut einem halben Jahr immer wieder beim Training rumquält. Auf der Innenseite des Schienbeines, knapp unterhalb seines Kniegelenkes gibt es eine Stelle, die stark schmerzt, wenn man mit dem Daumen leichten Druck ausübt. Die sportmedizinische Untersuchung ergibt, dass Kniegelenk schmerzfrei beweglich ist. In der körperlichen Untersuchung fällt allerdings eine deutlich verkürzte hintere Oberschenkelmuskulatur auf. Neben Dehnübungen wird Jan mit Stoßwellentherapie behandelt.


Epidemiologie

Die hintere Oberschenkelmuskulatur (ischiokrurale Muskulatur) zählt zu der am häufigsten verletzten Muskulatur. In einer Studie mit Leichtathleten stellte sich ein Riss der ischiokruralen Muskulatur, zu denen auch die drei oben genannten Muskeln gehören, als zweithäufigste Verletzung heraus, und zwar mit einem Anteil von 14 %. Häufiger war nur ein Ermüdungsbruch. (3)  

 

Fassbare Zahlen zur Häufigkeit des Pes Anserinus Syndroms finden sich kaum. In diesem Bereich fehlen aussagekräftige Studien. Das Krankheitsbild ist in der üblichen medizinischen Versorgung häufig nur wenig berücksichtigt. Unter Sportmedizinern ist das Syndrom allerdings keine Seltenheit. Oben genannte Angaben zur Häufigkeit von Verletzungen der hinteren Oberschenkelmuskulatur (z.B. Muskelfaserrissen) zeigen allerdings, welcher Belastung die Muskulgruppe besonders im Sport ausgesetzt ist und welche Bedeutung ihr im Hinblick auf Sportverletzungen zukommt. Es verwundert daher nicht, dass auch das Pes Anserinus Syndrom häufig bei Sportlern anzutreffen ist. Langdistanzläufer sind hier besonders gefährdet. (4)  

 

Neben Sportlern gibt es auch andere Bevölkerungsgruppen, die besonders gefährdet sind: Übergewichtige Frauen, die bereits an einer Kniegelenksarthrose leiden, besitzen laut einigen Studien das höchste Risiko.



Risikofaktoren

  • Weibliches Geschlech
  • bekannte Gonarthrose
  • Diabetes mellitus
  • Langdistanzläufer
  • rheumatische Erkrankung 
  • X-Bein
  • Plattfuß
  • Verkürzung der hinteren Oberschenkelmuskulatur

 

An diesem Krankheitsbild erkranken deutlich mehr Frauen als Männer.  

Aus biomechanischer Sicht prädisponieren eine X-Beinstellung (Valgus-Fehlstellung), ein Knick-Senk-Fuß (Pes planovalgus) sowie stark verkürzte hintere Oberschenkelmuskulatur (ischiocrurale Muskulatur). Außerdem scheint das Risiko bei zu schweren Menschen gegenüber Normalgewichtigen zu steigen. 

 

Rheumatologische Erkrankungen (5) aber auch Diabetes (6) erhöhen das Risiko für Schleimbeutelentzündungen im Bereich des Pes Anserinus. 

Ist bereits eine Gonarthrose diagnostiziert, so steigt das Risiko ebenfalls, an einem Pes anserinus-Syndrom zu leiden. (7)



Beschwerden

Im Vordergrund stehen Schmerzen auf der Innenseite des oberen Schienbeines, unterhalb Verbreiterung des obersten Schienbeins im Beriech der Gelenkflächen (Tibiaplateau). Diese werden verstärkt durch Treppensteigen, Laufen oder Springen. In der Regel zeigt sich auch eine ausgeprägte Druckschmerzhaftigkeit der Region.  

In einigen Fällen lässt sich eine tastbare Schwellung im Bereich des Pes Anserinus feststellen. 



Stadien und Verlauf

Eine Einteilung in Schweregrade der Erkrankung ist nicht üblich. Grundsätzlich erfolgt aufgrund des zeitlichen Verlaufes eine Unterscheidung zwischen akutem  und chronisch-rezidivierendem Verlauf. Dies ist für die verschiedenen therapeutischen Maßnahmen entscheidend. Während im akuten Stadium eine Entlastung der betroffenen Strukturen im Vordergrund steht, ist im chronischen Stadium vor allem das spezifische Training zur Vorbereitung auf zukünftige Belastung entscheidend.



Diagnostik und Bildgebung

Das Pes Anserinus Syndrom ist eine rein klinische Diagnose.

 

Das heißt, dass die Diagnose ohne die Durchführung weiterer Untersuchungen gestellt werden kann. Dennoch kann angeschlossene Diagnostik in Einzelfällen sinnvoll sein – etwa zum Ausschluss von Begleiterkrankungen oder bei einem therapieresistenten Verlauf. 

 

In der Mehrzahl der Fälle lässt sich allerdings keine Auffälligkeit im MRT oder der Ultraschalluntersuchung finden. (1) Es handelt sich um eine funktionelle Erkrankung, meist ohne Nachweis von strukturellen Schäden und Veränderungen.  

 

Früher ist häufig von einer Entzündung des Sehnenansatzes (anserine Tendinitis) oder einer Entzündung des Schleimbeutels (anserine Bursitis) als Krankheitsbild ausgegegangen worden. Da der Nachweis dieser Schleimbeutelveränderungen bei typischen Beschwerden eher die Ausnahme ist, erscheint die Bezeichnung Pes anserinus-Syndrom (anserine syndrome) geeinigter.  

 

Entscheidend ist die Ursachenanalyse in der funktionellen Untersuchung mittels Analyse der Geh- und Laufbewegung. Hier können funktionelle X-Bein-Stellungen und Fehlrotationen des Kniegelenks sicher erkannt werden. 

 

Sollte nach stattgehabter Diagnostik noch Unsicherheit bestehen, so gibt es die Möglichkeit, die Verdachtsdiagnose „Pes anserinus Syndrom“ anhand einer therapeutischen Maßnahme zu bestätigen: Es erfolgt die Injektion eines Lokalanästhetikums (Spritzen eines Betäubungsmittels, wie beim Zahnarzt) exakt in den Bereich des Pes anserinus. Ist nach Injektion der Schmerz verschwunden, so ist die Diagnose bestätigt. (8) Persistiert der Schmerz nach richtig lokalisierter Injektion, so spricht das gegen das Pes anserinus-Syndrom als alleinige Schmerzursache und es sollte nach anderen Schmerzauslösern gesucht werden.



Sie leiden an Schmerzen am „Gänsefuß“?
Dann sollten Sie wie folgt vorgehen:
  • Bei leichten Schmerzen: Eis, Pause, Schmerzgel, 2 Wochne abwarten.
  • Wenn dann nach 2 Wochen keine Besserung eintritt: Bitte einen Arzt aufsuchen.

Therapieformen bei Pes anserinus-Syndrom

Das Pes anserinus-Syndrom ist ein funktionelles Problem. Mit einer durchdachten Therapie auf Basis einer funktionellen Untersuchung und einer Bewegungsanalyse kann es gut behandelt werden. Lernen Sie von Profis, worauf es ankommt.


Therapie

84% der Patienten sind nach 6 Monaten schmerzfrei.

Fragen Sie uns nach konservativen Therapiemöglichkeiten oder vereinbaren Sie einen Termin.

Wie bei vielen funktionellen Überlastungsverletzungen gilt es grundsätzlich, die Risikofaktoren so weit wie möglich zu verringern: 

  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht
  • Optimierung der Schuh- bzw. Einlagenversorgung (bei Knick-Senk-Fuß)
  • Dehnung verkürzter Hamstrings (ischiocrurale Muskulatur, Oberschenkelrückseite)
  • Optimierte Einstellung des Diabetes bzw. der Rheuma-Erkrankung
  • Starke Achsfehlstellungen gegebenenfalls operativ ausgleichen
  • Optimierung des sportartenspezifischen Trainings (Techniktraining, Schmerz als Element der Trainingssteuerung) 

In besonders akuten Fällen ist eine Sportpause, manchmal sogar die vollständige Entlastung des Knies notwendig. Kühlung und medikamentöse Therapie mittels NSAR (nicht-cortisonhaltige Rheumamittel wie Ibuprofen oder Naproxen) können zur Schmerztherapie sowie zur Entzündungshemmung unterstützend sinnvoll sein.  

 

Der Einsatz der extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) ist auch in diesem Bereich, wie bei vielen anderen Sehnen- oder Sehnenansatzerkrankungen sinnvoll: Es konnte eine signifikante Schmerzreduktion gegenüber einer Scheinbehandlung gezeigt werden. (9)  Auch ACP-Injektionen zeigten sich als wirksame Therapievariante: Nach 6 Monaten zeigte sich Schmerzfreiheit bei 84 % der Patienten. (10)  

 

Eine Injektionstherapie mit Cortison sowie Lokalanästhetika kann die Beschwerden deutlich verbessern, vor allem bei nachgewiesenen Schleimbeutelentzündungen. (5) Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Injektionen direkt in das Sehnengewebe kann Sehnennekrosen (Zerstörung des Sehnengewebes) und in der Folge Sehnenrisse hervorrufen. Eine Cortisoninjektion in den Schleimbeutel sollte nur bei nachgewiesener Bursitis (Schleimbeutelentzündung) erfolgen. 

 

Eine spezifische physiotherapeutische Therapie ist allerdings der essentielle Therapiebestandteil: Quadrizeps- und Adduktorenkräftigung sowie Koordinations- und Propriozeptionstraining sorgen für eine verbesserte Stabilität. Auch die gezielte Dehnung der verkürzten ischiocruralen Muskulatur sowie Analyse und Verbesserung der sportartenspezifischen Bewegungsabläufe sollten fest integrierter Bestandteil der Therapie sein. (Bewegungsanalyse, Lauftechnik, Laufbibel

 

Die operative Therapie ist von untergeordneter Bedeutung. Bei einer chronisch-rezidivierenden Schleimbeutelentzündung (Bursitis), die auf keine konservative Maßnahme anspricht, kann eine chirurgische Entfernung des Schleimbeutels in Erwägung gezogen werden. Ist diese Reizung durch einen Knochenvorsprung bedingt, so sollte dieser mitentfernt werden. (1)

 

Starke X-Beine, die ebenfalls ein Pes Anserinus Syndrom provozieren können und bereits im jungen Alter bestehen, sind im Hinblick auf die hohe Wahrscheinlichkeit eines frühzeitigen Auftretens einer Gonarthrose unter Umständen behandlungsbedürftig und können operativ behoben werden.



Prognose

Grundsätzlich handelt es sich beim Pes Anserinus Syndrom um ein funktionelles Krankheitsbild mit sehr guter Prognose, welches bei konsequenter konservativer Therapie unter Ausschaltung möglichst vieler Risikofaktoren gut zu behandeln ist. In einer Studie konnte allein durch die Injektionstherapie eine Verbesserung in über 70% der Fälle beobachtet werden. (5) Auch ACP-Injektionen alleine konnten erhebliche Verbesserungen erzielen. Ein für jeden Patienten individueller multimodaler Therapieansatz (mehrere Therapieformen kombiniert) verspricht daher eine wesentlich stärkere Verbesserung, sodass die große Mehrheit der Fälle gut zu behandeln ist. (1)


Die Prognose des Pes anserinus-Syndroms hängt stark vom Einzelfall ab: Damit ist gemeint, dass ein sonst gesunder 32-jähriger Hobby-Läufer eine höhere Chance hat, die Schmerzen schneller in den Griff zu bekommen, als eine 47-jährige stark übergewichtige Frau mit ausgeprägten X-Beinen, Diabetes Mellitus und bereits diagnostizierter Knigelenksarthrose. Das liegt daran, dass die Minimierung von vorhandenen Risikofaktoren nicht in jedem Falle einfach oder überhaupt machbar ist. Das starke Übergewicht ist sicherlich in dieser Konstellation ein Risikofaktor, der sich optimieren lässt. Aber jeder weiß, dass dazu jede Menge Disziplin und meist auch professionelle Hilfe gehört. Erkrankungen wie DIabetes mellitus lassen sich durch Ernährung und Lifestyle verbessern. Die Frage nach der Prognose ist für die meisten Patienten höchst relevant, lässt sich aber, wie sie sehen, nicht immer pauschal beantworten.



Dr. Matthias Marquardt - ACP-Therapie - Eigenbluttherapie

Mehr Informationen zur ACP-Therapie finden Sie hierWenn Sie weitere Fragen habe, beraten wir Sie gerne in unserer Video-Sprechstunde oder in unserer Praxis.



Tipp von Dr. Marquardt

Sie vermuten die Diagnose? Werden Sie aktiv!

 

Sie vermuten, an einem Pes anserinus Syndrom zu leiden? Dann lassen Sie uns dies überprüfen. Vereinbaren Sie einfach einen Termin in unserer Praxis. 

Solange können Sie sich mit dem unten ausgeführten Übungsprogramm bereits selber helfen. Weitere Übungen und Tipps zur Therapie und Prävention von Überlastungssyndromen finden Sie in der Laufbibel

Schon gewusst?

Die Schmerzen auf der Innenseite des Knies führen häufig zur Verdachtsdiagnose eines Innenmensikusschadens. An das Pes anserinus Syndrom wird trotz des gelegentlichen Vorkommens mitunter nicht gedacht. Vor allem, wenn in der MRT-Untersuchung keine Auffälligkeiten entstehen. Nur mit Schmerzmitteln und Sportpause versorgt, wird die Situation für den Sportler aber oft frustrierend. Eine funktionelle Untersuchung mit Gang- und Laufanalyse kann die entscheidenden Erkenntnisse für die erfolgreiche Therapie liefern. 



Übungsprogramm

Neben den ärztlichen und therapeutischen Behandlungen können Sie sich auch selbst um die effektive Heilung Ihrer Beschwerden kümmern. Sie finden hier die Auswahl der besten Übungen von Dr. Marquardt und seinem Therapeutenteam:


ÜBUNG 1

Flossing Knie

Wickeln Sie Ihr Knie beginnend von der oberen Wade her und fangen immer herzfern an. Sie geben den Zug einseitig auf die schmerzende Seite des Kniegelenks, halten den Zug und lassen den Zug locker um das Knie weiter auslaufen. Decken Sie die komplette Haut ab. Die letzte Umwicklung führen Sie locker durch und stecken das Band fest unter die letzte Lage. Gehen Sie zuerst ein paar Schritte, um auszuschließen, dass Sie kein Gefäß abgeschnürt haben und Ihre Zehen blau anlaufen. Führen Sie nun die Kniebeugen durch. Wickeln Sie das Band zügig ab und stellen sich locker auf das Bein, damit das Blut – wie ein Wasserfall – in das Bein und den Fuß zurückfließen kann.

 

Wiederholungsanzahl:

3–5 x 15



ÜBUNG 2

Dehnung Adduktoren & Ischiocrurale Muskulatur

Dehnung Adduktoren

Sie stehen im Grätschstand: Ihre Füße stehen ca. einen Meter auseinander. Die Fußspitzen zeigen nach vorn. Das zu dehnende Bein bleibt gestreckt – das andere Bein beugen Sie und verlagern Ihr Gewicht darauf, bis Sie ein Ziehen auf der Innenseite des getreckten Beins spüren. Drehen Sie nun den Fuß des zu dehnenden Beins mit der Fußspitze Richtung Decke.

 

Wiederholungsanzahl:

3 x 30–60 Sek. halten

 

Dehnung Ischiocrurale Muskulatur

Sie sollten bei der hinteren Oberschenkelmuskulatur einen Rundrücken verhindern. Hierfür spannen Sie bitte in der Grundposition, die aus einem ungefähr 20 Zentimeter vorgestellten Bein besteht, den Rückenbereich kräftig an und beugen den geraden Oberkörper nach vorn bis Sie eine Spannung an der Oberschenkelrückseite spüren. Der Fuß des gedehnten Beines steht dabei flach auf dem Boden. Die Zehen werden nicht zur Nasenspitze gezogen.

 

Auch bei der Durchführung der Dehnung im Kniestand sollte in der Grundposition der Rücken kräftig angespannt werden, damit ein Rundrücken verhindert wird.

 

Wiederholungsanzahl:

3 x 30–60 Sek. halten

 



ÜBUNG 3

Kräftigung der Adduktoren

Adduktoren in Seitlage

Sie befinden sich in Seitenlage. Der Körper ist gestreckt, auch die Beine. Bei einem senkrecht stehenden Becken, das nicht nach hinten abgekippt, winkeln Sie das obere Bein ab und heben das untere Bein von der Unterlage an. Heben und Senken Sie das Bein auf und ab.

 

Adduktoren in Seitstützlage

Sie befinden sich in Seitenlage. Der Körper ist gestreckt, auch die Beine. Bei einem senkrecht stehenden Becken, das nicht nach hinten abgekippt, legen Sie das obere Bein auf einen Kasten, winkeln Sie das untere Bein ab und heben das untere Bein von der Unterlage an. Heben und senken Sie das Becken auf und ab.

 

Wiederholungsanzahl:

jeweils 3 x 12 - 15



ÜBUNG 4

Beinachsenstabilität auf dem Wobblesmart

Stellen Sie sich einbeinig, ggf. barfuß auf einen Therapiekreisel (Wobblesmart®). Bauen Sie Körperspannung auf. Das Knie ist gestreckt, jedoch locker und beweglich, spannen Sie das Gesäß und den Bauch an, richten sich über die Wirbelsäule auf, die Schultern sind hinten unten und der Kopf gerade. Halten Sie den Therapiekreisel im Gleichgewicht. 

 

Variieren Sie die Übung, indem Sie immer wieder den Körperschwerpunkt verändern und Sie angehalten sind, den Kreisel neu auszutarieren. 

Sie können die Position des freien Beines verändern, z. B. vorne hochziehen, nach hinten/zur Seite wegstrecken, vorne/hinten kreuzen.

Ebenfalls können Sie einen Ball oder schweren Gegenstand um den Körper oder das freie Bein kreisen lassen oder sich einen Ball zuwerfen lassen. 

Achten Sie darauf, die Körperspannung, insbes. Gesäß und Bauch stetig aufgebaut zu halten und korrigieren dies, wenn die Spannung nachgelassen hat.

 

Wiederholungszahl:

3–5 x 2–3 Min./Seite

 

Kleine Squats mit Ball

Stellen Sie sich beidbeinig auf den Wobblesmart®, nehmen Sie einen Ball (Medizinball, Fußball, o.ä.) oder eine Blackroll zwischen die Knie. Bauen Sie zunächst Körperspannung auf. Führen Sie mit dem eingeklemmten Ball eine kleine Kniebeuge durch. Der Ball belibt stets fest zwischen den Beinen und der Therapiekreisel im Gleichgewicht.

 

Wiederholungsanzahl:

3 x 15



Weiterführenden Infos

Eine gute Trainingsplanung ist entscheidend für Ihr effektivstes Training und dem Vorbeugen von Verletzungen. Hier finden Sie weitere hilfreiche Quellen oder Sie machen einfach einen Termin in unserer Praxis. Wir helfen Ihnen gerne.


Trainingsequipemt

ARTZT vitality Flossband Standard

Komprimieren durch Optimieren.

Kompressionsbasierte Beweglichkeitstechniken.

ARTZT vitality Wobblesmart

Smartes Balancetraining.

Übungen auf dem Wobblesmart.



Behandlung

Vereinbaren Sie mit uns einen Termin.

Wir helfen Ihnen kompetent und mit neusten Behandlungstechniken, damit Ihre Verletzung bald der Vergangenheit angehört.

Gute Besserung.



QUELLEN

(1) Helfenstein M, Jr., Kuromoto J. Anserine syndrome. Rev Bras Reumatol. 2010;50(3):313-27. 

(2) Schünke M, Schulte E, Schumacher U, Voll M, Wesker K. Prometheus Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart, NewYork, S; 2014. 

(3) Bennell KL, Crossley K. Musculoskeletal injuries in track and field: incidence, distribution and risk factors. Aust J Sci Med Sport. 1996;28(3):69-75.

(4) Safran MR, Fu FH. Uncommon causes of knee pain in the athlete. Orthop Clin North Am. 1995;26(3):547-59. 

(5) Larsson LG, Baum J. The syndrome of anserina bursitis: an overlooked diagnosis. Arthritis Rheum. 1985;28(9):1062-5. 

(6) Cohen SE, Mahul O, Meir R, Rubinow A. Anserine bursitis and non-insulin dependent diabetes mellitus. J Rheumatol. 1997;24(11):2162-5. 

(7) Brookler MI, Mongan ES. Anserina bursitis. A treatable cause of knee pain in patients with degenerative arthritis. Calif Med. 1973;119(1):8-10. 

(8) Bartlett SJ. Clinical care in the rheumatic diseases: Association of Rheumatology Health Professionals; 2006.

(9) Khosrawi S, Taheri P, Ketabi M. Investigating the Effect of Extracorporeal Shock Wave Therapy on Reducing Chronic Pain in Patients with Pes Anserine Bursitis: A Randomized, Clinical- Controlled Trial. Adv Biomed Res. 2017;6:70.

(10) Rowicki K, Plominski J, Bachta A. Evaluation of the effectiveness of platelet rich plasma in treatment of chronic pes anserinus pain syndrome. Ortop Traumatol Rehabil. 2014;16(3):307-18.